Was wir glauben.

Vorwort.

„Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.“

1.Petrus 3,15

Dieses Glaubensbekenntnis beschreibt, was wir glauben, was unser Leben prägt und was wir weitergeben wollen. Es steht nicht neben der Bibel, der Heiligen Schrift, sondern fasst grundlegende Glaubensüberzeugungen zusammen, die wir aus ihr gewonnen haben und an denen wir verbindlich festhalten.

Unser Glaubensbekenntnis erhebt keinen Anspruch auf Inspiration. Die Bibel allein ist und bleibt das inspirierte Wort Gottes und die einzige verbindliche Grundlage unseres Glaubens und Handelns.

In diesem Glaubensbekenntnis sind die fünf „Soli“ der Reformation enthalten und prägend für unser theologisches Selbstverständnis

Der dreieinige Gott.

Wir glauben an den einen, allmächtigen, allgegenwärtigen, allwissenden, ewigen, dreieinigen Gott; ein Gott in drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist. 

Bibelstellen: 5.Mose 6,4 | Johannes 1,1 | Matthäus 28,19 | 2.Korinther 13,13

Wir glauben an Gott den Vater, der alle Dinge geschaffen hat, die ganze Schöpfung in seiner Hand hält und somit Erhalter des ganzen Lebens ist. In ihm befindet sich unbegrenzte Weisheit, Gerechtigkeit Heiligkeit, Liebe, Güte und Barmherzigkeit. 

Bibelstellen: 1.Mose 1,1 | 1.Mose 1,26 | Jesaja 48,12-16 | Kolosser 1,16

Wir glauben an Gott, den Sohn, der aus Liebe vom Vater auf die Erde gesandt und dabei in Jesus Christus Mensch wurde. Als wahrer und ewiger Gott wurde er auch vollkommen Mensch. Er wurde durch den heiligen Geist gezeugt, von der Jungfrau Maria als wahrer Mensch geboren, wuchs er auf und führte ein sündloses Leben. Jesus Christus tat in seiner göttlichen Vollmacht Wunder und gab stellvertretend sein Leben am Kreuz für die Schuld der Menschen. Er wurde begraben, stand leiblich wieder auf und fuhr auf in den Himmel zu seinem Vater. Nun sitzt Er zur Rechten des Vaters in Macht und Herrlichkeit. Von dort wird Er in Macht und Herrlichkeit wiederkommen, um alle Lebenden und Toten zu richten. 

Bibelstellen: Matthäus 28,18-20 | Johannes 3,5-6 | Johannes 5,22-23 | Johannes 14,6 | Epheser 2,18 | Philipper 2,6-11 | 1.Timotheus 2,5-6 | 1.Johannes 5,20 | Offenbarung 19,11-16 

Wir glauben an Gott, den Heiligen Geist. Er ist der Geist der Wahrheit , der vom Vater ausgeht. An Pfingsten wurde er vom Vater  im Namen des Sohnes auf die Erde gesandt, um im Menschen die Erlösung zu verwirklichen: Er überführt von der Sünde, bewirkt die Wiedergeburt, wohnt im Menschen, bestätigt die Erlösung, gibt Gaben, leitet, lehrt, weist zurecht, bevollmächtigt zum Dienst, tröstet, tut Fürbitte, vereint die Gläubigen in einem Leib, seiner Gemeinde und verherrlicht Jesus Christus. 

Bibelstellen: Johannes 3,5 | Johannes 14,26 | Johannes 16,13-14 | Apostelgeschichte 1,8 | Römer 8,9 | 1.Korinther 12,13 | Epheser 1,13-14

Wir glauben an...
... Gott den Vater
... Gott den Sohn
... Gott den Heiligen Geist

Die Bibel.

Wir glauben, dass die Bibel mit seinen 66 kanonischen Büchern des alten und neuen Testaments die schriftliche Offenbarung Gottes ist. Somit ist sie das göttlich inspirierte und deshalb in den Urschriften in jeder Hinsicht unfehlbare, irrtumslose und vollständige Wort Gottes. Als solches ist die Schrift allein die verbindliche und höchste Quelle in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung. 

Bibelstellen: 2.Mose 24,4 | Matthäus 5,17-18 | Johannes 10,35 | 2.Timotheus 3,16-17 | 2.Petrus 1,19-21 | Offenbarung 22,18-19

Die richtige Auslegung der Schrift kann nur unter der Leitung des Heiligen Geistes geschehen und kann deshalb nicht zu widersprüchlichen Aussagen führen. 

Wir glauben, dass die Heilige Schrift die fortschreitende Offenbarung der Heilsgeschichte ist, und deshalb jeder Text auf dem Hintergrund der jeweiligen heilgeschichtlichen Epoche auszulegen ist. 

Bibelstellen: Lukas 24,27 | Hebräer 1,1 | 1.Korinther 2,10-14

Sola Scriptura

(Allein die Schrift)

Der Mensch.

Die Erschaffung

Wir glauben, dass der Mensch nach dem Ebenbild Gottes geschaffen ist. Das gibt jedem Menschen seinen Wert und seine Würde. Wir bekennen uns deshalb zum Schutz des menschlichen Lebens von der Zeugung bis zum Tod. Gott schuf den Menschen als Mann und Frau und gab ihnen den Auftrag, sich zu vermehren und Gottes Schöpfung zu verwalten. Wir bekennen uns zu dem daraus resultierenden Ehe- und Familienbild: der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau. Diese gründet sich auf einem gegenseitigen Treueversprechen bis zum Tod. Sie ist der legitime Rahmen, in welchem die Sexualität des Menschen ausgelebt werden soll. 

Bibelstellen: 1.Mose 1,27ff | 1.Mose 2,15.24 | 1.Mose 9,1 | Psalm 139,13-16 | 1.Korinther 7,2.39 | Epheser 1,3.6.14 | Epheser 5,21-33 | Hebräer 13,4

Der Sündenfall

Wir glauben , dass sich der Mensch durch Ungehorsam von seinem Schöpfer abwandte. Nachdem er willentlich und bewusst in Sünde gegenüber Gott gefallen ist, brachte er über sich selbst und seine Nachkommen den geistlichen und körperlichen Tod und befindet sich nun unter dem Gericht Gottes. Dieses hat die ewige Trennung des unerlösten Menschen von der Gegenwart Gottes zur Folge. 

Bibelstellen: 1.Mose 3,1-13 | Psalm 14,1-3 | Jesaja 53,6a | Matthäus 25,41 | Römer 1,3.23.26-28 | Römer 5,12 | Römer 6,23a | Offenbarung 20,11-15

Die Erlösung.

Wir glauben, dass der verlorene Mensch nicht durch irgendwelche Werke, sondern allein aus der Gnade Gottes und allein durch den Glauben an Jesus Christus errettet werden und so dem ewigen Gericht Gottes entkommen kann. Jeder Mensch darf sich im Glauben persönlich an ihn wenden , seine Sünde in der Buße bekennen und das Erlösungswerk Jesu Christi für sich in Anspruch nehmen. So empfängt er die Vergebung seine Sünde und bekommt Gottes Gerechtigkeit zugesprochen. 

Vom Heiligen Geist wird er wiedergeboren und somit zum Kind Gottes gemacht. Somit darf er durch das Zeugnis des Heiligen Geistes eine volle Heilsgewissheit; also eine Gewissheit über die Errettung besitzen, die sich auf das Wort Gottes stützt. Die Garantie der Vergebung liegt in der Treue und Gerechtigkeit Gottes, die unwandelbar sind. 

Die darauffolgende Taufe durch Untertauchen symbolisiert, dass der Gläubige mit Christus gestorben und mit ihm auferstanden ist, um in Neuheit des Lebens zu wandeln. 

Bibelstellen: Johannes 1,12 | Johannes 3,16 | Johannes 10,27-29 | Johannes 14,6 | Apostelgeschichte 4,12 | Römer 3,21-26 | Römer 8,1.29-33 | Epheser 1,4-8 | Epheser 2,8-10 | Kolosser 1,21-23 | Titus 3,4-7 | 1.Petrus 1,3-5 | 1.Johannes 1,9

Sola Gratia

(Allein durch Gnade)

Sola Fide

(Allein durch Glauben)

Solus Christus

(Allein Christus)

Das christliche Leben.

Die Heiligung

Wir glauben, dass alle NachfolgerJesu bestrebt sein sollen, ein Leben zu führen, welches ihrer Identität als Kinder Gottes würdig ist. Die Bibel nennt diese Lebensführung auch Heiligung. Die Bibel warnt vor dem bewussten und gewollten Verzicht auf den Prozess der Heiligung, der zur Verhärtung durch den Betrug der Sünde und letztlich zum endgültigen Abfall von Gott führen kann. 

Die ethischen Anweisungen der Bibel sind für alle Kinder Gottes normativ und bindend. 

Bibelstellen: Johannes 14,15.21 | Johannes 15,10 | Epheser 2,10 | Epheser 4,1-2 | Philipper 2,12ff. | 1.Thessalonicher 4,3 | Hebräer 3,12-13 | Hebräer 12,14 | Jakobus 2,17

Die Gemeinde.

Aufgabe der Gemeinde

Wir glauben, dass die Gemeinde allein zur Verherrlichung Gottes, zur Zurüstung der Gläubigen zum Dienst, zur Förderung der persönlichen Heiligung und Erkenntnis Gottes und zum Zeugnis der Welt berufen ist. 

Bibelstellen: Johannes 14,15.21 | Johannes 15,10 | Epheser 2,10 | Epheser 4,1-2 | Philipper 2,12ff. | 1.Thessalonicher 4,3 | Hebräer 3,12-13 | Hebräer 12,14 | Jakobus 2,17

Verhältnis zu Gott

Wir glauben, dass Jesus Christus das Haupt jeder Gemeinde ist. Die einzelne Gemeinde bedarf keiner menschlichen Vermittlung zu Christus, sondern steht in direkter Verantwortung vor ihm. Deshalb lehnen wir alle Institutionen, Organisationen und sonstige Einrichtungen und Ämter, die über die Gemeinde herrschen oder bestimmen wollen, ab.

Wir glauben, dass Gemeinde ein sichtbarer Ausdruck des Reiches Gottes ist. Die Eigenständigkeit der Ortsgemeinde und die übergemeindliche Zusammenarbeit am Reich Gottes verbindet uns.

Bibelstellen: Kolosser 1,18 | Epheser 1,22 | Epheser 4,15 | Epheser 5,24a | 2.Korinther 8,1-5

Zusammensetzung der Gemeinde

Wir glauben, dass zur Gemeinde Christi alle Kinder Gottes aus allen Völkern, Kulturen und Gesellschaftsschichten gehören. Eine Ortsgemeinde Christi ist der freiwillige und verbindliche Zusammenschluss von wiedergeborenen und getauften Christen an einem Ort.

Bibelstellen: Apostelgeschichte 2,41 | Offenbarung 5,9 | 1.Korinther 12,13ff.

Taufe

Die Taufe ist eine Verordnung des Herrn Jesus mit symbolischem Charakter. Durch seinen Gehorsamsschritt in der Taufe bekennt sich der Gläubige zum Glauben an seinen gekreuzigten, begrabenen und auferstandenen Erlöser und identifiziert sich mit ihm, dass er in der Bekehrung ebenfalls gestorben und mit ihm auferstanden ist, um in Neuheit des Lebens zu wandeln. Jedes Kind Gottes ist aufgefordert, seinen Glauben durch die Taufe öffentlich zu bekennen.

Bibelstellen: Matthäus 28,18-20 | Markus 16,16 | Apostelgeschichte 2,38 | Römer 6,1-6

Abendmahl

Wie bei der Taufe, ist auch das Abendmahl eine Verordnung des Herrn Jesus mit  symbolischen Charakter.

Wir glauben, dass jedes Kind Gottes das Abendmahl, das von unserem Herrn Jesus Christus zur Erinnerung und Verkündigung seines Leidens und Sterbens am Kreuz eingesetzt wurde, feiern soll, bis er wiederkommt. Wir glauben, dass das Brot und der Kelch Sinnbilder des geopferten Leibes und des vergossenen Blutes unseres Heilands sind. Indem die Gläubigen daran teilnehmen, bezeugen sie, dass sie ein Leib miteinander und mit Jesus Christus sind.

Bibelstellen: Matthäus 26,26-29 | 1.Korinther 10,16-17 | 1.Korinther 11,23-34

Dienste und Gaben in der Gemeinde

Wir glauben, dass Gott seinen Kindern durch den Heiligen Geist Gaben für den christlichen Dienst gegeben hat. Jeder soll eine verbindliche Mitgliedschaft in einer Ortsgemeinde anstreben, um mit seinen Geistesgaben entsprechend in Liebe dem Anderen dienen. Die Gemeinde erkennt diese Gaben und zeigt den von Gott berufenen Personen ihre Aufgaben.

Bibelstellen: Apostelgeschichte 13,1-3 | Römer 12,3-8 | 1.Korinther 12 | Epheser 4,7-16 | 1.Petrus 4,10-11

Leitung der Gemeinde

Wir glauben, dass vom Heiligen Geist berufene und von der Ortsgemeinde

eingesetzte Männer das Pastoren-, Ältesten- oder Predigtamt übernehmen sollen.

Die Voraussetzungen für diesen Dienst soll die Ortsgemeinde unter Führung des Heiligen Geistes anhand der unten aufgeführten Bibelstellen überprüfen und diese Männer dann in ihrem Dienst einsetzen.

Bibelstellen: Epheser 4,11 | 1. Timotheus 3,1-13 | 1.Timotheus 5,17 | Titus 1,5-9 | 1.Thessalonicher 5,12-13 | 1.Petrus 5,1-3

Soli Deo Gloria

(Allein zur Ehre Gottes)

Die Zukunft.

Wir glauben, dass die Gemeinde Jesu Christi entrückt wird, wobei die Toten in Christus auferstehen werden, um ewig bei Gott in der Herrlichkeit zu sein.

Bibelstellen: Offenbarung 21-22 | 1.Korinther 15,51-58 | 1.Thessalonicher 4,13-18

Wir glauben, dass Christus persönlich wiederkommen wird, um auf dieser Erde sein messianisches, tausendjähriges Friedensreich aufzurichten.

Bibelstellen: Offenbarung 19,6-20

Wir glauben, dass alle, die nicht an Jesus glauben, leiblich auferstehen und am großen weißen Thron zum ewigen Gericht erscheinen werden, wo sie dann von Gott unwiderruflich zur ewigen Verdammnis verurteilt werden.

Bibelstellen: Daniel 12,2 | Johannes 5,28-29 | Römer 2,5-10 | 2.Thessalonicher 1,8-9 | Offenbarung 20,5.11-15

Wir glauben, dass Gott am Ende der Zeit einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen und sein Reich aufrichten wird, welches ewig bleibt.

Bibelstellen: Jesaja 65,17 | 2.Petrus 3,13 | Offenbarung 21-22